Maas-Radweg 2023-2024 Etappe 04

Maas- Radweg 2023-2024 Etappe 04

Seit mehr als 20 Jahren leben wir in Wuppertal, da sowohl Dorothee als auch ich unseren Arbeitsplatz in dieser Stadt gefunden haben. Einige Jahre sind wir täglich mit 2 Autos zwischen Essen und Wuppertal gependelt, mit täglich je 1,5- 2 nervigen Stunden im Auto, was uns aus heutiger Sicht weder nachhaltig noch sinnvoll erscheint. Wuppertal ist alles andere als eine Fahrradstadt, mit der Nähe zum Arbeitsplatz ist das Pendeln mit dem Fahrrad aber zumindest im Sommer eine echte Alternative. Für das bergige Terrain des „Bergischen Landes“ habe ich mir damals ein Mountainbike zugelegt, mit der heutigen Bezeichnung „Bio-Bike“, da noch ohne Antriebsunterstützung. Zwischenzeitlich habe ich dieses konventionelle Mountainbike beiseite gestellt und auf ein Pedeleg umgesattelt.

Huckepack-Transport
Huckepack-Transport

Der Anschaffung eines E-Bikes stand ich lange sehr skeptisch gegenüber, da ich die tägliche Fahrt zur Arbeit vor allem unter einem Fitness-Aspekt gesehen habe. Mit dem Anstieg von 200 Höhenmetern nach Feierabend aus dem Tal hinauf nach Hause habe ich so den Puls gerne noch mal hochgejagt. Aus verschiedenen Gründen habe ich mich nun doch für das E- Bike entschieden, da ich so die Wahl habe mit wie viel Eigenenergie ich am Nachmittag den Berg bezwinge. Bei den Temperaturen der letzten Jahre im Hochsommer ist der Rückenwind eines unterstützenden Antriebs ganz hilfreich bei der Bergfahrt am Nachmittag. Wenn ich mich quälen möchte brauche ich nur die Unterstützung zurückregeln.

Einfahrt Schloss Aldenghoor
Einfahrt Schloss Aldenghoor

Vor 3 Jahren hat mein Arbeitgeber die Option zur Finanzierung eines vergünstigten Dienstrades eingeführt. Mit einem Folge-Vertrag habe ich mich für ein weiteres Bike, diesmal ein Fully-MTB entschieden. Wir haben somit nun 2 E-Räder am Start, woraus die Idee erwachsen ist wieder gemeinsame Radtouren zu unternehmen. Anfang Oktober gibt es immer noch sehr moderate Temperaturen und Sonnenschein und wir buchen ein Übernachtungsquartier in Haelen bei Roermond an der Maas. Es soll der Maasradweg (Euro Velo 19) sein, der entlang des Flusses von der Quelle in Langres durch Frankreich, Luxemburg, Belgien und Holland bis zur Mündung in die Nordsee in Rotterdam führt.

Schloss Aldenghoor mit dem Schlosshof
Schloss Aldenghoor mit dem Schlosshof

Am Samstagmorgen geht es mit der Fahrt nach Haelen los. Wir fahren in etwas mehr als einer Stunde zu unserem Hotel, wo wir das Auto parken. Wir steigen mittendrin ein in unser neues Projekt und werden an weiteren Wochenenden daran anknüpfen. An den 1050 Kilometern von der Quelle bis zur Mündung werden wir auf den offiziell 8 Etappen eine Weile beschäftigt sein. Dorothee hat zum Einstieg 2 Rundkurse geplant, die einen Teil der 4. Etappe des Maas- Radwegs einschließen. Sie steigt nach längerer Fahrradkarenz wieder in den Fahrradsattel. Vor der Geburt unserer Tochter haben wir mit unseren damaligen Rennrädern einige Touren unternommen. Nach kleineren Ausflügen mit unserer Tochter im Bergischen sind die Räder im Keller dann zuletzt doch eher verstaubt.

Los geht die wilde Fahrt
Los geht die wilde Fahrt

Wir haben die Distanz an beiden Tagen mit insgesamt 70 Kilometern bewusst moderat gehalten, so dass wir am Nachmittag unser besonderes Domizil ausreichend erleben und würdigen können. Es ist das Kasteel Aldenghoor in Haelen, eine Burg aus dem 12. Jahrhundert. Hier melden wir uns bereits um 10 Uhr an und machen uns dann auf den Weg mit unseren Bikes. Den in Outdooractive geplanten Track habe ich auf meinen Fahrradcomputer übertragen, der mir auf der Fahrt den Weg weist. Das klappt verblüffend gut und jede Abbiegung wird mir akustisch und sehr gut sichtbar angezeigt. So entfällt auch auf dem Fahrrad das ständige Checken der Route auf der Papierkarte.

Kasteel Horn
Kasteel Horn

Die Samstagsrunde hat 37,4 Kilometer und führt uns linksseits der Maas stromaufwärts. Im Nachbarort Horn kommen wir am gleichnamigen Kasteel aus dem 13. Jahrhundert vorbei. Eine historische Windmühle erfordert einen weiteren Stopp. Das Fahrradland Holland ermöglicht weitestgehend vom Autoverkehr abgetrenntes Fahrradwandern mit einem gut ausgebauten Radwegenetz. Höhenunterschiede sind marginal, so dass es wirklich ein genussvolles durch die Landschaft radeln ist. Ein Stück geht es durch die Beegderheide, die bis 1999 als Truppenübungsplatz genutzt wurde.

Sint Lindertmolen Beegden 1790
Sint Lindertmolen Beegden 1790

Am Rand der Beegderheide passieren wir noch eine historische Bock-Windmühle von 1790. Im Weiteren fahren wir durch das Naherholungsgebiet „Maasplassen“. In dem sumpfigen Gebiet „Langven“ zwischen Heel und Beegden wurde bis 1988 Kies gebaggert. Daraus ist der große See „De lange Vlieter“ entstanden. Gebadet wird hier nicht, der See ist heute ein Trinkwasserspeicher und wird von vielen Wasservögeln bevölkert.

Am langen Vlieter
Am langen Vlieter

Mit der A2 überqueren wir die Maas zum rechten Ufer nach Maasbracht. Es ist eine wasserreiche Region und außer den alten Maas- Mäandern gibt es viele Seen und Becken neben dem alten Maasverlauf. An einem Wehr finden wir eine Pausenbank mit einem Tisch, wo wir in der Mittagssonne unsere Brote essen. Hier überqueren wir die vom Lateralkanal Linne-Buggenum abzweigende alte Maas und gelangen auf die Landzunge zwischen Kanal und altem Flussbett. Mit einer letzten Querung über den Kanal mit der Brücke der N280 von Roermond strampeln wir die letzten Kilometer zurück zu unserem Schloss in Haelen.

Pausenplatz bei Maasbracht
Pausenplatz bei Maasbracht

Wir inspizieren den Schlossgarten, der von einem Laubengang und einem amerikanischen Sequoia- Redwood flankiert wird. Hübsche Bronzeplastiken und ein steinerner Brunnen verzieren die Grünanlage vor der Gartenfront des Schlosses. Im Schlosshof genießen wir noch eine Weile die herrliche Sonne und trinken ein Trappisten- Bier.

La Trappe blond
La Trappe blond

Das heutige Wasserschloss besteht aus einem Rundturm an den 2 Flügel angrenzen. 1983-2013 wurde das Schloss von Fürstin Viola von Hohenzollern bewohnt, Ich habe Gelegenheit ein von ihr aufgelegtes umfangreiches Werk über die Geschichte der Burg einzusehen. Die ursprüngliche Burg hatte 4 Rundtürme, die den 80jährigen Krieg (Spanisch- Niederländischer Krieg) nicht überstanden haben. Die ersten Herren von Aldenghoor bauten den befestigten Gutshof um 1150 in den unruhigen kriegerischen Zeiten des frühen Mittelalters zum Schutz gegen Raubritter und einfallende Horden. Inmitten der Provinz Limburg hat dieser Ort seit über 870 Jahren Geschichte geschrieben.

Schloss Aldenghoor- Rückseite zum Park
Schloss Aldenghoor- Rückseite zum Park

Vera und Rogier Helwegen sind die heutigen Pächter des Hotelbetriebs und unsere Gastgeber an diesem Wochenende. Der Hotelbereich begrenzt mit den ehemaligen Stallungen den Schlosshof zum Wassergraben hin. Im Gespräch erhalten wir einige wissenswerte Infos zu diesem speziellen Ort. Am Abend freuen wir uns auf das Abendessen im besonderen Ambiente der ehemaligen Stallung. Die kahlen Wände mit den noch vorhandenen Viehtränken und der offene Dachstuhl harmonieren mit der schlichten, aber stilvollen Einrichtung. Beleuchtungseffekte geben dem Ganzen einen behaglichen Rahmen.

Der Schlosshof mit dem Hotel
Der Schlosshof mit dem Hotel

Wir sind auch sehr angetan von der einfallsreichen feinen Küche, die uns das recht junge Team in der Küche zaubert. Als Hauptgang serviert man uns „Diamanthasen“. ???- ja ich musste mich auch schlau machen- es ist ein besonderes Stück aus der Rinderschulter. Alles ist liebevoll auf den Teller gebracht und vor allem köstlich zubereitet.

Gutes Essen im Kasteel Aldenghoor
Gutes Essen im Kasteel Aldenghoor

Der Sonntag beginnt mit einem entspannten Frühstück. Mit frisch aufgeladenen Akkus machen wir uns am Sonntag an die 32,7 Kilometer lange Runde, die zunächst gegenläufig der gestrigen Rückfahrt über den Lateralkanal, dann über De Weerd am See „Noordplas“ vorbei über die Maas in die Innenstadt von Roermond führt. Entlang der Sint-Christoffelkathedraal und dem Marktplatz bringt uns unsere Route an den Hafenbecken des Lisbonnehaven vorbei aus Roermond heraus. In Roermond mündet, wie der Name schon vermuten lässt auch die Roer. Es ist die Ruhr ohne „h“, die aus dem hohen Venn die Eifel in Düren durchfließt und hier in die Maas einmündet.

Gewässer an der Maas in Asselt
Gewässer an der Maas in Asselt

Auf den ersten sattgrünen Wiesen passieren wir eine Gruppe Pferde. Die nächste Ortschaft ist Asselt, wo wir auf die St. Dionysiuskerkje aus dem 11. Jahrhundert treffen. Die Geschichte von Asselt wurde in den mittelalterlichen Chroniken der hier ansässigen Mönche festgehalten. Darin enthalten ist ein Ereignis im Jahr 881, als hunderte von Booten des großen Wikingerheers unter Gottfried dem Jüngeren hier einfielen.

St. Dionysius-Kerkje Asselt 11.Jh.
St. Dionysius-Kerkje Asselt 11.Jh.

Am Ort der heutigen Kirche konnte sowohl der fränkische Königshof Karls des Dicken, als auch das Normannenlager Ascloha archäologisch nachgewiesen werden. Zwei Jahre lang plünderten die Nordmänner die umliegenden Orte und Abteien. Dem Aufmarsch des Kaisers mit einer mächtigen Armee folgten 2-wöchige Kämpfe, die durch den „Bund von Asselt“ beendet wurden. Aus diesem Bund zwischen Gottfried und Karl ergaben sich weitreichende Folgen für die Niederländer und das heutige Holland.

Maas-Panorama in Neer
Maas-Panorama in Neer

Auf den Nebengewässern der Maas fahren Boote mit und ohne Segel durch die Landschaft, am Ufer stehen Kühe. Ein ganzes Stück fahren wir entlang der Swalm, die in einen toten Arm der Maas mündet nach Norden. Hier am toten Arm der Maas gibt es weit und breit die einzige Möglichkeit die Maas mit einer Fahrrad-Fähre an das linke Ufer nach Neer zu queren.

Fietsen-Fähre
Fietsen-Fähre

Das Wetter bleibt heute entgegen der Vorhersage eher bedeckt. Mit Südkurs fahren wir nun durch die Landschaft links der Maas. An einem See halten wir noch einmal an einem Kreuz mit einer Bank, von der wir die Wildgänse auf dem See beobachten können. Es fährt sich weg bis Haelen und zum Mittagessen erreichen wir Kasteel Aldenghoor. Vor der Heimfahrt bemühen wir noch einmal das Küchenteam. Es gibt Premium Fish & Chips und die Sonne blinzelt nun ein paarmal durch den verhangenen Himmel. Wir verabschieden uns mit dem Versprechen wiederzukommen. Am Abend sind wir früh zu Hause und beim Auspacken fängt es an zu tröpfeln.

Ein tolles Wochenende an der Maas!
Ein tolles Wochenende an der Maas!

An einem Sonntag Mitte Oktober, einem goldenen Herbsttag statten wir Roermond einen eigenen Besuch ab, bei dem am Vormittag zunächst ein Bummel durch das Konsum-Paradies des Outlet-Centers ansteht. Die Möglichkeit an Sonn- und Feiertagen einzukaufen nutzen Heerscharen von Schnäppchenjägern, die in großer Zahl vor allem auch aus Deutschland anreisen. Es ist ein ordentliches Gewusel vor und in den Geschäften, lange Schlangen bilden sich vor angesagten Läden. Das Konzept scheint zu passen, denn man nimmt die lange Anfahrt in Kauf, da unsere Innenstädte mit dem hiesigen Warenangebot nicht mithalten können.

Rathausplatz Roermond mit St. Christoffelkathedraal
Rathausplatz Roermond mit St. Christoffelkathedraal

Man wird Roermond nicht gerecht, wenn man die historische Stadt an der Maas mit dem Artefakt des Einkaufszentrums gleichsetzt. Die Innenstadt, die wir mit dem Fahrrad bisher nur grob erfasst haben bietet deutlich mehr. Bereits in der Römerzeit war Roermond besiedelt, ein der Göttin Rura geweihter Altarstein aus dem 3. Jahrhundert wurde im Stadtgebiet gefunden. Unter Cäsar erhielt der Ort als „Villa Optima“ das Prädikat des besten Wohnplatzes.

Roermond- In der Kathedrale
Roermond- In der Kathedrale

In der Nachmittagssonne sitzen wir vor dem Rathaus aus dem 17. Jahrhundert auf dem großen Platz. Wir besuchen die Christoffelkathedraal aus dem 15. Jahrhundert. Sie beherbergt das Dahlheimer Kreuz aus dem 13. Jahrhundert, das leider derzeit restauriert wird. Die älteste Urkunde, in der Roermond im damaligen Herzogtum Geldern erwähnt wird stammt von 1130. Roermond wurde 1213 vom deutschen Kaiser Otto IV. zerstört. Die ältere Kirche Roermonds ist die Liebfrauen-Münsterkirche, die aus der Münsterabtei hervorgegangen ist, deren Grundsteinlegung mit dem Wiederaufbau der Stadt im Jahr 1224 einhergeht.

Roermond- Viel zu entdecken
Roermond- Viel zu entdecken

Als einzige Kirche im spätromanischen Stil in den Niederlanden war die Liebfrauen-Münsterkirche als Grablege für das geldrische Grafenhaus gedacht. Es wurde aber nur der Stifter Graf Gerhard IV. von Geldern mit seiner Gemahlin Margaretha von Brabant hier bestattet. Das Grabmal mit den Skulpturen der Adeligen ist zwischen 1230 und 1240 entstanden und befindet sich unter dem Oktogon, das an die Pfalzkapelle des Aachener Doms erinnert.

In der Liebfrauen-Münsterkirche
In der Liebfrauen-Münsterkirche

Hoch im Oktogon befindet sich die älteste frei stehende Skulptur der Niederlande, die Christus als Triumphator zeigt. Die Sandsteinskulptur ist älter als die Kirche und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Ein älterer Herr unternimmt mit uns ungefragt einen Ritt durch die Geschichte der Kirche und der Region- gerne lassen wir uns auf seine leidenschaftlich dargebotenen Ausführungen ein- es ist Ehrenamt mit hohem Engagement. In der letzten Sonne trinken wir noch einen Kaffee und lassen uns dazu einen Apfelpfannkuchen schmecken, bevor wir die Heimfahrt antreten.

Hotel Kasteel Wurfeld
Hotel Kasteel Wurfeld

Es vergeht eine lange Zeitspanne, bis wir zurückkehren in die Limburger Region an der Maas. Es ist ein Wochenende Mitte Juli 2024, an dem wir bei Maaseik ein Quartier in der belgischen Region Limburg festmachen. Es ist mit Kasteel Wurfeld wieder ein historisches Domizil, das uns als Stützpunkt für den Ausbau des Maas- Radweges nach Süden dient. Zwei Brüder Willem und Jacob Croll, Kanoniker im Onze-Lieve-Vrouwe-Kapitel in Maaseik bauten 1640 hier zusammen mit der Kapelle St. Laurentius das Kasteel Wurfeld. In dem als Hotel umgebauten Gebäude gibt es noch heute in einem der Zimmer einen Kamin mit der Aufschrift: „Rara est concordia fratuum“ (Selten ist die Einheit zwischen Brüdern). Das Wasserschlösschen mit seinem hübschen Park hat auch ein Restaurant mit Empfehlung des Gault Millau.

Selfie in Maaseik
Selfie in Maaseik

Wir erreichen am Vormittag das Quartier im belgischen Grenzland zur Niederlande. Nach einer kurzen Anmeldung an der Rezeption machen wir die Räder startklar und radeln los. Wir haben heute einen sonnigen Tag vor uns, an dem die Temperaturen bereits am Mittag die 30 Grad- Marke knacken. Durch das Zentrum von Maaseik fahren wir an das rechte Ufer der Maas, die hier als Grenzmaas die Grenze zur Niederlande markiert. Wir fahren heute über den Maasradweg nach Norden bis zum Lückenschluss bei Maasbracht, wo wir das Ufer der Maas wechseln und in Südrichtung zu unserem Kasteel Wurfeld mit einer Gesamtstrecke von 49 Kilometern zurückkehren.

De Hompesche Molen
De Hompesche Molen

Es ist ein Hammertag zum durch die Landschaft radeln. Der Fahrtwind kühlt nur leicht, denn es ist nachmittags schon fast unangenehm heiß. Die Maas verliert sich südlich von Roermond in einer Seenplatte, deren Gewässer Rückzugsgebiet für viele Wasservögel bietet. In Ohé en Laak passieren wir das Kasteel Hasselholt inmitten von Feldern. Ein weiteres landschaftliches Highlight erwartet uns wenig später an der Hompeschen Molen. In der historischen Windmühle von 1722 wird noch heute im Museumsbetrieb Getreide gemahlen.

An der Maas
An der Maas

Einen kühlen Platz für die Mittagspause finden wir unter schattenspendenden Bäumen mit Blick auf die Maas. Bei Maasbracht überqueren wir die Brücke, auf der wir an den im letzten Jahr gefahrenen Teil des Maasradweges anschließen. Nun umfahren wir mit Südkurs die Seenplatte links der Maas über Kessenich Richtung Maaseik. Kühe liegen bei diesen Temperaturen in der Uferböschung, vor Maaseik passieren wir tatsächlich Weinberge. Die jungen Trauben scheinen gut zu gedeihen. Kürzlich haben wir noch vom Weinanbau an der Maas gehört. Wir fahren zurück nach Kasteel Wurfeld und genießen erst einmal gekühlte Getränke auf der Terrasse unserer Wasserburg. In der Fahrradgarage hängen wir unsere E-Bikes an die Steckdose und ruhen uns bis zum Abendessen etwas aus.

Maas-Wein bei Maaseik
Maas-Wein bei Maaseik

Am Abend haben wir einen schönen Tisch im Restaurant mit Blick auf den hübschen Garten und die prächtigen Schneeballhortensien entlang des Wassergrabens. Der heiße Tag hat die Atmosphäre in Wallung gebracht und Gewitter bringen Abkühlung mit ergiebigen Regenfällen, die sich andernorts auch unwetterartig entladen wie wir hören. Die Speisekarte ist italienisch angehaucht, denn der Koch hat wohl sizilianische Wurzeln. Wir sind sehr zufrieden mit dem, was wir auf unseren Tellern vorfinden. Wunderbar ist die Vorspeise mit Lachs und kleinen Kroketten mit Muschelkern.

Abendessen in Kasteel Wurfeld
Abendessen in Kasteel Wurfeld

Das Dachgeschoßzimmer, in dem wir alle Fenster öffnen kühlt in die Nacht hinein wunderbar ab. Den schönen Tisch mit Blick in den Garten wählen wir auch zum Frühstück aus. Wir bedienen uns vom reichhaltigen Angebot und sind beim Blick nach draußen ganz guter Dinge für unsere heutige Unternehmung. Der Wetterbericht weist allerdings einen gewitterigen Tag mit Niederschlagsneigung aus.

Kasteel Wurfeld- Wassergraben und Garten
Kasteel Wurfeld- Wassergraben und Garten

Für heute haben wir eine weitere, etwas kleinere Runde geplant, bei der uns der Zuweg ein ganzes Stück links der Maas, also auf belgischer Seite nach Süden, zu einer Fähre bei Meeswijk bringen soll. Die Fähre überquert die Maas auf die holländische Seite nach Berg aan de Maas, von wo es über den Maasradweg über Grevenbicht nach Roosteren geht. Hier werden wir an den gestern gefahrenen Teil anschließen, soweit der Plan für den Sonntag.

Maas-Anreiner
Maas-Anreiner

Es hat über Nacht abgekühlt und ist heute deutlich mehr bewölkt als wir das Anwesen von Kasteel Wurfeld verlassen. Zum Radfahren ist es angenehm und wir machen ordentlich Tempo auf der Piste entlang der Maas Richtung Süden. Das Radstreckennetz in Benelux bietet beste Bedingungen auf das Auto zu verzichten und ist mit Knotenpunkten hervorragend ausgeschildert. Die Schranke auf der Fähre bleibt aber unten und das Bordpersonal scheint ein Problem mit der Technik zu haben. Tatsächlich ist die gegenseitige Rampe der Treibfähre defekt und der Hinweis auf den Ausfall der Verbindung folgt mit einem entsprechenden Schild.

Defekte Fähre- Meeswijk- Berg aan de Maas
Defekte Fähre- Meeswijk- Berg aan de Maas

Es gibt ein paar Kilometer flussabwärts eine kleine Personenfähre hinüber nach Grevenbicht, zu der wir also zurückfahren. Die kostenlose Überfahrt mit dem kleinen Boot, das den Namen „t‘Veerke“ trägt nehmen wir dankend an und treten auf holländischer Seite nun mit Kurs Nord in die Pedalen zurück über die Maas, durch Maaseik nach Wurfeld. Wir schaffen es noch die Räder am Auto zu verstauen als die ersten Tropfen auf uns herabregnen. Es bleibt bei wenig Regen auf der Rückfahrt nach Hause, wo wir am Nachmittag das schöne Wochenende an der Maas mit einem Kaffee auf der Terrasse beschließen.

Uferwechsel nach Holland in Grevenbicht
Uferwechsel nach Holland in Grevenbicht

A. Korbmacher

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