Eifelsteig 2019/2021 Teil 1

2019 Eifelsteig

Mitte September erwartet uns ein Wochenende, an dem uns spätsommerliches Wetter auf den ersten beiden Etappen des Eifelsteigs begleitet. Startpunkt ist der historische Ortskern von Kornelimünster im Süden der Kaiserstadt Aachen. Hier an dem Fluss Inde gründete 814-817 Kaiser Ludwig der Fromme als Nachfolger Kaiser Karls des Großen ein Benediktinerkloster.

Kornelimünster- Probsteikirche St. Kornelius
Kornelimünster- Probsteikirche St. Kornelius

Drei Christus-Tuchreliquien, die den Pilgern alle sieben Jahre präsentiert werden haben Kornelimünster seit dem Mittelalter den Rang eines wichtigen Wallfahrtsorts auf den Pilgerwegen Europas eingebracht. Natürlich schauen wir auch rein, in die karolingische Probsteikirche St. Kornelius aus dem 9. Jahrhundert, die im Laufe der Zeit zu einer fünfschiffigen Basilika ausgebaut worden ist. Teile der Reichsabtei wurden im 18. und 19. Jahrhundert zu einem Barockschloss umgebaut.

Romanisches Taufbecken
Romanisches Taufbecken

Rund um die Kirche befindet sich ein hübsches Ensemble historischer Häuser. Vor dem Start trinken wir noch einen Kaffee und wenden uns dann den ersten 14 Kilometern des Eifelsteigs Richtung Roetgen zu. Leider muss Moni diesmal verletzungsbedingt aussetzen.

Stolperstein Eifelsteig
Stolperstein Eifelsteig

An dem kühlen Morgen wärmt uns die Morgensonne auf dem Weg über die ersten Höhen. In der Ortschaft Walheim treffen wir auf Spuren der Frühindustrialisierung. In Steinbrüchen wurde hier der Rohstoff Kalk schon seit der Römerzeit abgebaut. In der Devon Zeit vor etwa 410 Millionen Jahren gab es hier eine Meeresstraße mit Korallenriffen, deren verfestigte Substanz das heutige Kalkgebirge hervorgebracht hat.

Die ersten Kilometer auf dem Eifelsteig
Die ersten Kilometer auf dem Eifelsteig

Mit dem Anschluss an die Venn- Eisenbahn Ende des 19. Jahrhunderts entstand hier an der Inde eine Kalkindustrie, die bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts Branntkalk als begehrten Baustoff geliefert hat. Wir kommen an den Ruinen der mächtigen Trichteröfen vorbei, in denen bei Temperaturen von 900 bis 1200 Grad Celsius Kalkstein gebrannt wurde. Dabei verliert der Kalkstein CO2 und reagiert zu Calciumoxid, dem sogenannten Branntkalk. In den sonnenbeschienenen Kalksteinfelsen des ehemaligen Steinbruchs könnte man sicher interessante Kletterrouten einrichten.

Blick in einen Trichterofen
Blick in einen Trichterofen

Die Sonne lässt die abwechslungsreiche Landschaft erstrahlen und nach bewaldeten Passagen erreichen wir die typische Hochmoor- Landschaft des Hohen Venns. Bohlenstege aus Holz führen durch das Moor, wir erreichen die Dreilägerbach- Talsperre, eine wichtige 1911 fertiggestellte Trinkwassertalsperre für die Aachener Region.

Venn- Landschaft
Venn- Landschaft

Kurz vor unserem Tagesziel Roetgen treffen wir auf einen gerade beendeten Festakt. Vor 75 Jahren durchbrach die 3.US Panzer- Division hier an dieser Stelle am Grölisbach die fünfzügige Beton- Panzersperre des deutschen Westwalls. Es war der 13. September 1944 an dem Roetgen als erste deutsche Stadt von amerikanischen Truppen eingenommen wurde. Stellvertretend für die vielen gefallenen Soldaten auf beiden Seiten wurde heute eine Gedenktafel enthüllt. Bis zum Kriegsende am 8. Mai 1945 mussten noch viele Menschen sterben, bis der deutsche Größenwahn endgültig Geschichte war.

Feierstunde am ehemaligen Westwall- Durchbruch Amerikanischer Truppen vor 75 Jahren
Feierstunde am ehemaligen Westwall- Durchbruch Amerikanischer Truppen vor 75 Jahren

Historische Fahrzeuge, wie ein betagtes Zündapp- Gespann von den deutschen Afrika- Corps oder eine Flathead- Harley Davidson der Military Police sind natürlich Hingucker. Unser Landhotel in Roetgen hat ein Restaurant in einem Wintergarten, in dem wir mit einer guten Küche versorgt werden.

Zündapp Gespann
Zündapp Gespann

Etappe 2 des Eifelsteigs führt uns über 17 Kilometer, zunächst entlang der belgischen Grenze, dann durch das belgische Venn zum Tagesziel in Monschau. Auf der deutschen Seite protestieren viele Anwohner mit Plakaten an ihren Häusern gegen den nahe gelegenen belgischen Atommeiler Thiange, der als Pannenreaktor in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hat. Von einem Szenario wie in Tschernobyl oder Fukushima wären nicht nur die Anwohner im Grenzgebiet betroffen- wir leben in der Zone der vorherrschenden Westwinde.

Da guckst'e !
Da guckst’e !

Ein steinernes Wegkreuz von 1918 und einige Informationstafeln erinnern an einen großen Hof, den historischen Reinartzhof. Es gab den Unter-, Mittel- und Oberhof mit einer Gaststätte. Bereits im Mittelalter führte der Pilgerweg von Aachen nach Trier hier an einem Hospiz vorbei. 1958 wurden die Höfe enteignet, da im Einzugsgebiet der Wesertalsperre Verschmutzung des Wassers durch die Höfe befürchtet wurde. Eine lange Tradition beschwerlicher Landwirtschaft in der Abgeschiedenheit am Fuße des Venn endete mit dem Abriss der  Höfe.

Die durstige Frau
Die durstige Frau

Der weitere asphaltierte Weg führt uns stetig ansteigend an einer Schutzhütte vorbei zu einer Wegkreuzung auf 658 Höhenmeter, wo wir wieder auf den Grenzverlauf zwischen Deutschland und Belgien treffen. Auf dem geschätzt 5 Kilometern langen schnurstracks geraden, asphaltierten Fahrweg laufen wir uns die Fußsohlen heiß und beneiden die Radfahrer, die klingelnd an uns vorbeiziehen.

Auf der Höhe kurz vor Kaiser Karls Bettstatt
Auf der Höhe kurz vor Kaiser Karls Bettstatt

Wir kommen auf der Höhe an Kaiser Karls Bettstatt vorbei, einem großen Quarzitblock, auf dem Carolus Magnus auf einer seiner Jagden genächtigt haben soll- laut der Hinweistafel zeigen Eindellungen im Stein sogar, wo Kopf und Füße lagen. Und dann wird noch erklärt, wie der Name der nahen Ortschaft Mützenich zustande kam-Mit den Worten „Mütze Nich “ an seinen Diener soll der Kaiser das Angebot einer warmen Mütze für die Nacht abgelehnt haben- ja ne- is klar !  Ein Aussichtsturm ganz in der Nähe ermöglicht uns einen Blick über die Baumwipfel hinweg auf die Höhen des Hohen Venn.

Abstieg ins Rurtal
Abstieg ins Rurtal

Ja und dann kommen wir durch das beschauliche Mützenich und gehen an diesem schönen Sonntagnachmittag entlang einer schmalen Straße durch den Ort, unwissend in welche Lebensgefahr wir uns gerade begeben. Gefühlt in einer 30er Zone unterwegs zu sein, gehen wir davon aus, das das sich von hinten nähernde Fahrzeug sein Tempo bei der Vorbeifahrt verringern wird . Weit gefehlt- ein Satz zur Seite verhindert schlimmeres- auf den mit aller Kraft intonierten Ausruf „Idiooot“ reagiert der Fahrer seines Gelände- Panzers mit einer Vollbremsung und den Worten „Was ist los !!- Ich darf hier 50 !!- „Jawoll mit der Lizenz zum Töten“- fügen wir hinzu und benötigen eine ganze Weile um wieder in den Genuss unserer Wanderung zurückzufinden.

Tor im Eselsturm der Burg Monschau (1190)
Tor im Eselsturm der Burg Monschau (1190)

Von den Höhen des Venn bringt uns der Weg nun hinab in das tief eingeschnittene Rurtal zu unserem Tagesziel nach Monschau, der Perle der Eifel. Das seit 300 Jahren nahezu unveränderte Stadtbild der historischen Stadt zieht bei gutem Wetter stets Heerschaaren von Touristen an. Auch wir kennen Monschau mit seiner Burg, den hübschen Fachwerkhäusern, dem Roten Haus und der alten Senfmühle von früheren Besuchen. Das Rote Haus ist ein Patrizierhaus aus dem 18. Jahrhundert und Wahrzeichen von Monschau. In der ehemaligen Fabrikationsstätte des weltberühmten Tuchmachers Johann Heinrich Scheibler befindet sich heute ein Museum. Nach einem Kaffee in der Fußgängerzone treten wir die Heimfahrt an.

Die Rur in Monschau
Die Rur in Monschau

In diese Kulisse des Monschauer Eifel- Idylls tauchen wir am 23. November zum Einstieg in die 3. Etappe des Eifelsteigs erneut ein. Wir sind ein wenig überfordert mit der morgendlichen Lautsprecherberieselung in den Gassen des Städtchens, die uns „Stille Nacht“ und „Oh Tannenbaum“ 5 Wochen vor Weihnachten auf die Ohren zwingt. Die ersten Reisebusse haben ihre Tagestouristen über Monschau ergossen, die bereits am Vormittag die Glühwein- und Bratwurstbuden des Weihnachtsmarktes besuchen. Bei annähernd 10 Grad flüchten wir vor dem aufgesetzten Weihnachts- Treiben Monschaus. Wir gönnen uns aber noch einen Kaffee im Café am Roten Haus bevor wir uns auf die 3. Etappe nach Einruhr begeben.

Ja ist denn bald schon wieder Weihnachten ?
Ja ist denn bald schon wieder Weihnachten ?

Wir teilen diese 3. Etappe an diesem Wochenende in 2 Teile und stellen unser Auto auf der Hälfte an einem Ausflugslokal an der Rur ab. Da an dieser Stelle eine Brücke saniert wird, müssen wir am Samstag über eine Umleitung des Eifelsteigs am linken Rurufer entlang gehen. Sonntag müssen wir zusätzliche 5 Kilometer zu Fuß einkalkulieren, um eine unsinnig lange Taxianfahrt einzusparen. So haben wir insgesamt eine Gesamtstrecke von ca. 30 Kilometer bis Einruhr zu gehen. Die Tage sind kurz und um 16:30h verliert sich schon langsam das Tageslicht.

Tuchmacher- Tradition Monschau
Tuchmacher- Tradition Monschau

Wir verlassen Monschau in südlicher Richtung und haben von der Höhe noch einen schönen Blick auf die Stadt. An Teufels- und Engelsley auf dem Grat des Schiefergebirges erinnern Tafeln an den Schiefer- Abbau, den es seit dem frühen 17. Jahrhundert bis 1873 hier gab. Der Weg führt uns auf der Höhe ins Perlenbachtal. Als einer der längsten Rurzuflüsse erhielt der Bach seinen Namen aufgrund ergiebiger Muschelbänke. In den Muscheln wurden tatsächlich gelegentlich Perlen gefunden.

Schieferklippen bei Monschau
Schieferklippen bei Monschau

Eine Weile passieren wir das Ufer der Perlenbachtalsperre, an deren Ende der Weg wieder eher in nordöstlicher Richtung einschwenkt. Der Wetterbericht hatte uns für heute eigentlich Sonnenschein prophezeit, der sich aber nicht wirklich gegen die Schleierwolken über der Eifel durchsetzen kann. Die Farben des restlichen Herbstlaubs an den Bäumen kann das diffuse Tageslicht leider nicht zum erstrahlen bringen.

Oberschlächtiges Wasserrad im Kluckbachtal
Oberschlächtiges Wasserrad im Kluckbachtal

Über die nächste Anhöhe bei Höfen gelangen wir ins Kluckbachtal, dessen gleichnamigem Bach wir an der Ortschaft Rohren vorbei folgen. In Rohren haben wir mit unserer Alpenvereins- Gruppe bereits mehrfach auf der Aachener Hütte logiert. Am Kluckbach hat man nach alten Plänen eine historische Wassermühle gebaut, wie es sie vor 400 bis 500 Jahren in großer Anzahl an heimischen Wasserläufen gab. Die Wasserkraft als Antrieb für Mahl- Säge- oder Hammerwerke, ganz ohne Emissionen und 100% nachhaltig.

Die derzeit einzige Rurbrücke weit und breit (Einmündung Kluckbach)
Die derzeit einzige Rurbrücke weit und breit (Einmündung Kluckbach)

Wir erreichen den Zusammenfluss von Kluckbach und Rur und laufen nun die letzten Kilometer des heutigen Tages zu unserem Auto, das wir in Widdau am Ausflugslokal Grünental an der Rur abgestellt haben. Auch dieses Fachwerkgebäude mit einer großen Linde vor dem Haus blickt auf eine lange Geschichte zurück. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es an diesem Ort eine industrielle Anlage mit Wohnhaus, Walkmühle, Wäscherei, Färberei, Lohmühle, Gerberei und Schleiferei. Zu dieser Jahreszeit ist die Gaststätte geschlossen.

Gaststätte Grünental
Gaststätte Grünental

Wir verbringen den Abend und die Nacht in einem schönen Landhotel in Hürtgenwald mit einer Sauna und einer guten Küche. Auch hier weihnachtet es schon sehr mit einer hochgewachsenen Tanne vor dem Haus, in deren Ästen tausende kleine Lichter funkeln.

Landhotel mit Weihnachts- Tanne
Landhotel mit Weihnachts- Tanne

Wir sind am Morgen mit dem gleichen Taxifahrer wie gestern verabredet, der uns vom heutigen Etappenende in Einruhr zur Fortsetzung der 3. Etappe nach Widdau an die Rur bringt. Um eine 15 Kilometer lange Odyssee mit dem Taxi einzusparen, bringt er uns allerdings an den unvollendeten Brückenkopf am rechten Ufer. Um Anschluss an das gestrige Etappenende zu kriegen müssen wir zurück bis zur Brücke an der Einmündung des Kluckbachs. Dort können wir die Rur noch einmal auf die bekannte Umleitung am linken Ufer überqueren, um vorbei an der Brückenbaustelle weiter flussabwärts zu gehen. Auf dem Weg kommen wir vorher an der Perdsley vorbei, einer Klippe mit ausgeschildertem Eifelblick über das Rurtal nach Westen.

Blick von der Perdsley
Blick von der Perdsley

Die Sonne zeigt heute mehr Präsenz und da wo sie hin scheint zaubert sie immer noch satte spätherbstliche Farben in die Landschaft. Den ganzen Tag über folgen uns unsere langen Schatten. Der Eifelsteig folgt dem tief eingeschnittenen Rurtal nach Osten als Höhenweg, von dem es immer wieder Tiefblicke auf das gut gefüllte Flussbett gibt.

Herbstfarben
Herbstfarben

Einen weiteren Ausblick in südwestlicher Richtung haben wir von einer Klippe, auf der 1927 der Eicherscheider Theaterverein das Weiße Kreuz errichtet hat. Krieg und Sturm haben dem Kreuz, das zuletzt 2012 erneuert wurde immer wieder zugesetzt. Wir genießen hier unsere Mittagspause mit Stullen und heißem Tee.

Am Weißen Kreuz
Am Weißen Kreuz

An einem Campingplatz queren wir wieder ans rechte Ufer der Rur. Über die Anhöhe bei Dedenborn schneiden wir ein paar Fluss- Mäander ab und blicken auf die langgestreckte Rur- Aue vor der Einmündung in den Rursee. Das Tageslicht geht zur Neige und über den kühlen Auenwiesen haben sich mystisch anmutende Nebelbänke gebildet.

Nebel im Rurtal
Nebel im Rurtal

Für den letzten Abstieg nach Einruhr packen wir doch noch unsere Stirnlampen aus. Am Auto ist es dann auch schon stockdunkel und gerade mal fünf Uhr.

Einruhr
Einruhr

Es ist das erste Februar- Wochenende 2020, an dem unsere Terminkalender ein „Go“ für die 4. Etappe auf dem Eifelsteig geben. Der Wetterbericht ist der schlechteste der ganzen Woche und so nehmen wir uns eine Teilstrecke von etwa 15 Kilometer bis zur ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang vor. Mit dem Bus können wir von Vogelsang aus bequem zum Startpunkt in Einruhr fahren. Der erste Aufstieg im Pladderregen bringt uns auf die Höhe über Einruhr am Obersee der Rur-Talsperre. Es ist bereits Mittag und bei dem Regen nutzen wir die erste Gelegenheit in einem Unterstand trocken unsere Brote zu essen. Beim Weitergehen sind wir sehr erfreut, das der Himmel etwas aufhellt und der Niederschlag deutlich nachlässt.

Am Ufer des Obersees
Am Ufer des Obersees

Entlang von Schieferfelsen führt der Weg dann wieder absteigend an das Ostufers des Obersees. An den Bäumen hat ein Tier das in der Eifel seit 100 Jahren ausgerottet war seine Spuren hinterlassen. Es handelt sich um den europäischen Biber, dessen Wiederansiedlung vor 30 Jahren bis heute zu einer stattlichen Population von 400 Tieren in der Eifel geführt hat. Ein toller Erfolg im Nationalpark Eifel. Die scheuen Tiere sehen wir leider nicht, dafür aber die respektablen Ergebnisse ihrer dentalen Holzfäller- Tätigkeit.

Der Biber ist zurück !
Der Biber ist zurück !

Dort wo sich ein letzter Mäander des Obersees unterhalb der angrenzenden Urft- Staumauer nach Norden wendet, geleitet uns der Eifelsteig nach Süden hinauf zur Mauerkrone der Urft- Talsperre. Die Urft- Talsperre wurde 1905 fertiggestellt und galt damals als größter europäischer Stausee. Der weitere Wegverlauf passiert noch einige Schieferklippen mit sensationellem Tiefblick auf den Obersee der Rur-Talsperre.

Obersee Rur-Talsperre und Urft-Talsperre
Obersee Rur-Talsperre und Urft-Talsperre

Weiter steigt der Weg an zur Wüstung Wollseifen auf der Dreiborner Hochfläche. Wollseifen war ein Eifeldorf, das im Frontverlauf des zweiten Weltkriegs schwere Zerstörungen erlitt und 1946 von der britischen Militärführung geräumt wurde. Zum militärischen Sperrgebiet ausgewiesen und zuletzt vom belgischen Militär genutzt konnte das Gebiet bis 2006 nicht mehr betreten werden. Exakt vor 14 Jahren Ende Januar 2006 haben wir mit Anne hier eine tolle Winterwanderung hinauf auf die Hochfläche gemacht.

Aufstieg nach Wollseifen Februar 2006
Aufstieg nach Wollseifen Februar 2006

Es lag damals noch Schnee im Januar und die Talsperren waren komplett zugefroren. Diesmal sind wir bei Temperaturen um 10 Grad zur gleichen Jahreszeit hier oben an der alten Pfarrkirche von Wollseifen. Eine mittelalterlichen Kapelle mit Erwähnung um 1470 wurde 1635 durch die Pfarrkirche St.Rochus ersetzt. Als Denkmal geben Kirche und Schulgebäude heute Zeugnis ab über einen Ort, in dem einst 120 Familien lebten.

Alte Pfarrkirche St.Rochus Wollseifen
Alte Pfarrkirche St.Rochus Wollseifen

Beim Aufstieg haben wir nach Osten bereits die Anlage der NS- Ordensburg Vogelsang über der Urft- Talsperre erspäht. Eine Besichtigung der Anlage haben wir uns am Sonntag vorgenommen. Unser Nachtquartier liegt in Schwammenauel bei Heimbach am Ufer der Rur- Talsperre. Mit der Wahl des Quartiers sind wir sehr zufrieden, vor allem da wir bei dem Schmuddelwetter die Sauna nutzen können.

Rursee- Schiffe im Winterschlaf
Rursee- Schiffe im Winterschlaf

Direkt vor unserem Hotel liegen die beiden Ausflugsschiffe im Winterschlaf, die im Sommer auf der Rur- Talsperre verkehren. Bei einem chilligen Ausflug im Sommer 2017 sind wir mit unserer Alpenvereins- Gruppe zum Haltepunkt Kermeter geschippert um von dort zur Abtei Mariawald zu laufen. Leider habe ich gehört, das die Mönche die dortige Bier- Brautradition eingestellt haben- eine schlimme Meldung für den wandernden Bierfreund !

Kurz vor Burg Vogelsang
Kurz vor Burg Vogelsang

Die vom Wetter vorgegebene Stimmung an der Burg Vogelsang passt zum Thema. Wir werden bei der Besichtigung der Ausstellung mit der Bestimmung dieser NS- Ordensburg konfrontiert. Als Teil des perfiden Systems des Nationalsozialismus wurden hier junge Männer als Ordensjunker zu Führungskräften ausgebildet. Nach einer gründlichen Nazi- Gehirnwäsche in Sachen Rassenlehre war es das Ziel der NSDAP skrupellose und linientreue Herrenmenschen in die eroberten Gebiete zu schicken. Eine dunkle Macht, die sich anmaßte über lebenswertes und -unwertes Leben zu entscheiden. Die sehr gut gegliederte Ausstellung regt zum Nachdenken an- wo hätte man sich selbst wiedergefunden in einer Kameradschaft, in der man eine solche Aufwertung erfuhr?

NS-Ordensburg Vogelsang- heute ein Ort zum Nachdenken
NS-Ordensburg Vogelsang- heute ein Ort zum Nachdenken

Ausgestellt ist das letzte Flugblatt der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ von 1943 in dem die folgenden Zeilen es eigentlich auf den Punkt bringen :

„Eine Führerauslese, wie sie teuflischer und bornierter zugleich nicht gedacht werden kann, zieht ihre künftigen Parteibonzen auf Ordensburgen zu gottlosen, schamlosen und gewissenlosen Ausbeutern und Mordbuben heran, zur blinden, stupiden Führergefolgschaft.“ –

Wenig später bezahlten die Geschwister Scholl diese Zeilen mit dem Tode. Das Privileg der Meinungs- und Pressefreiheit  gehört eben nicht zu den   Grundprinzipien einer Diktatur.

Ex- Nazischmiede Vogelsang über der Urft- Talsperre
Ex- Nazischmiede Vogelsang über der Urft- Talsperre

Nachdenklich fahren wir am Nachmittag zurück nach Hause.

Fast 4 Monate Corona- Zwangspause liegen hinter uns als wir uns Ende Mai mit Moni und Bernhard zusammen auf dem Eifelsteig einfinden. Auch hier folgen wir den aktuellen Empfehlungen und reisen nicht zusammen in einem Auto an. Das hat den Vorteil, dass 2 Fahrzeuge für die Verbindung zwischen Start und Ziel zur Verfügung stehen. Startpunkt ist der Parkplatz an Burg Vogelsang. Den Ort mit seiner dunklen Geschichte verlassen wir vorbei an einem Nazi- Arts- Relief, das einen markigen Ritter mit erhobenem Schwert zeigt.

Abstieg von Burg Vogelsang
Abstieg von Burg Vogelsang

Auf den heutigen 23 Kilometern werden wir die 4. Etappe in Gemünd beenden und die 5. Etappe bis Golbach voranbringen. Es folgt ein steiler Abstieg über Holzteppen zum Morsbach, einem Zulauf der Urft- Talsperre. Nach einem Gegenanstieg blicken wir nach Osten auf das Etappenende der 4. Etappe in Gemünd und auf die mäandernde Urft. Das Wetter kann sich noch nicht so ganz entscheiden und immer wieder schauert es auf uns nieder, ideale Bedingungen für wandernde Weinbergschnecken.

Weinbergschnecke
Weinbergschnecke

Wir suchen in Morsbach lieber erstmal die gemütliche Gaststube eines Land- Cafés auf. In Corona- Zeiten sind Mundschutz, Händedesinfektion und Erfassung der Personalien gängiger Standard. Bei selbstgemachten Torten und Cappuccino harren wir eine Weile aus bis uns vereinzelte Sonnenstrahlen zum Weitergehen ermutigen.

Regen- Stop im Café
Regen- Stop im Café

An einem Hof mit Imkerei kaufen wir uns ein Glas Bienenhonig. Wenig entfernt passieren wir eine mächtige Eiche mit einem Stammdurchmesser von 3,5 Metern. Das Alter der Malsbender Eiche wird auf 250 Jahre geschätzt. Solchen Naturdenkmälern werden besondere Heilkräfte zugemessen, auch der Pulsschlag soll sich hier verlangsamen. Ich glaube das gerne, denn allein der Anblick eines solchen Baumriesen kann den Kopf frei machen.

Honigkauf beim Imker
Honigkauf beim Imker

Vor Gemünd werden wir am Urftufer auf die ehemalige Eisen- Industrie aufmerksam. Das älteste Haus Gemünds aus dem 17. Jahrhundert wurde durch einen Eisenfabrikanten gebaut. Den „Rechten Winkel“ in der Fassade hat es längst verloren. Ein Stück weiter informiert eine Tafel über die Mariahütte, das größte Eisenwalz- und Schneidwerk Gemünds. Seit 1763 wurde hier das gelieferte Roheisen aus den umliegenden Reidtwerken (Eisenhütten) zu Stahl gewalzt. 200 Personen arbeiteten hier Mitte des 19. Jahrhunderts. 1861 war der Standort bei fehlendem Bahnanschluss nicht mehr rentabel und wurde nach Düsseldorf verlegt.

Haus Döhler- Ältestes haus Gemünds
Haus Döhler- Ältestes haus Gemünds

Wir erreichen das Zentrum Gemünds, wo die Olef von Süden in die Urft mündet. Der Brücken- Heilige Nepomuk bewacht den Zusammenfluss der beiden Wasserläufe. Unser Weg führt uns nun in südlicher Richtung in die Eichenwälder oberhalb des Olef- Tals. Als willkommene Abwechslung kreuzt eine Blindschleiche unseren Weg. Eine Tragödie zu unseren Füßen stellen die zahlreichen überfahrenen Feuersalamander auf dem Wirtschaftsweg da. Sie stehen unter Naturschutz und gelten als bedroht.

Nepomuk am Zusammenfluss von Urft und Olef
Nepomuk am Zusammenfluss von Urft und Olef

Im idyllischen Ort Olef erwischt uns dann ein ordentlicher Schauer vor dem wir Schutz in der alten Pfarrkirche finden. Die heutige spätgotische Pfarrkirche St. Johann Baptist aus dem 15. Jahrhundert geht auf einen ursprünglichen romanischen Saalbau zurück, der erstmals um 1300 erwähnt wurde. An der Kirchenmauer stehen Grabkreuze aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Regenschauer in Olef
Regenschauer in Olef

Olef hat eine weitere Besonderheit zu bieten. Mitten durch den Ort führt entlang der hübschen Fachwerkhäuser eine normalspurige Eisenbahntrasse (stillgelegt 1981), auf der seit 2010 sonntags wieder ein historischer Schienenbus auf der Strecke zwischen Kall und Hellenthal pendelt. Die 1884 in Betrieb genommene Strecke kam für die Eisenindustrie allerdings zu spät.

Blindschleiche
Blindschleiche

Von Olef führt der Weg nach Osten stetig ansteigend in Eifeler Mischwald. Auch hier zeigt sich immer wieder das zerstörerische Werk des Borkenkäfers, von dem besonders die Fichtenbestände betroffen zu sein scheinen. Tafeln am Weg informieren über die Blütezeit des Eifeler Eisenstein- Bergbaus des 18. und 19. Jahrhunderts. Eine einzige frühindustrielle Grube, die 4-6 Bergleuten Arbeit und Brot einbrachte konnte bis zu 650 Tonnen Erz im Jahr fördern. Trichterförmige Vertiefungen im Waldboden sind die letzten Zeugnisse dieser Zeit.

Lichtdurchfluteter Eifel- Wald
Lichtdurchfluteter Eifel- Wald

Erst kurz vor unserem Tagesziel Golbach setzt sich die Sonne endgültig beim heutigen Wechselspiel gegen die Bewölkung durch. Wir verlassen den lichtdurchfluteten Mischwald über offene Felder. Eine riesige Eiche ist ein letzter Blickfang bevor wir das Auto in Golbach erreichen.

Naturdenkmal Eiche
Naturdenkmal Eiche

Am Ufer der Olef in Schleiden kehren wir vor der Heimfahrt noch zu einem griechischen Abendessen ein. Lange vor den Griechen waren die Römer ja schon da, deswegen gibt`s hier beim Griechen auch Pizza :-). Über eine Strecke von 87 Kilometern wurde das römische Köln mit 20 Millionen Litern Wasser aus der Eifel versorgt, wie uns eine Tafel an einem Stück der antiken römischen Wasserleitung verrät.

Eisen- Katze mit Maus in Schleiden an der Olef
Eisen- Katze mit Maus in Schleiden an der Olef

Anfang Juni ist es der Feiertag Fronleichnam, an dem wir uns am Morgen in Golbach einfinden. Wir sind wieder separat mit unseren Freunden angereist und konnten so vorher ein Auto an das heutige Tagesziel nach Nettersheim bringen. Es hat in den letzten Tagen geregnet und auch heute Morgen ist es noch recht verhangen. Zunächst führt uns der Weg immer entlang des Kallbachs. Auf dem feuchten Untergrund sind dicke Weinbergschnecken unterwegs.

Schneckenwanderung
Schneckenwanderung

Da die Sonne nicht so richtig hervorkommen will ist auch die Farbenpracht der Mohnblumen auf den Feldern leider nur bescheiden. Am Ende der 5. Etappe liegt ein ganz besonderer Ort, an dem man nicht einfach vorbei marschieren kann. Es ist das Kloster Steinfeld, dessen Anfänge auf das Jahr 920 zurückreichen. Nach der ersten klösterlichen Niederlassung 1070 übernahmen um 1130 die Prämonstratenser das Kloster.

Christusdarstellung 1170 Ursulakapelle Kloster Steinfeld
Christusdarstellung 1170 Ursulakapelle Kloster Steinfeld

Die 1142-1150 erbaute Basilika ist eine der frühesten deutschen Gewölbekirchen. Sie ist dem heiligen Potentius mit seinen Söhnen Felicius und Simplicius geweiht, deren Schrein aus dem 13. Jahrhundert heute im Louvre in Paris aufbewahrt wird. Die älteste Darstellung Christi als Weltenrichter finden wir in der Ursulakapelle. Weitere Wandmalereien stammen aus dem 14. Jahrhundert. Das Alabaster- Grab Herrmann Josephs von Steinfeld, um den sich ein Apfel- Wunder rankt befindet sich mitten in der Kirche und macht Steinfeld zum Wallfahrtsort. Seit 1960 ist die Klosterkirche eine päpstliche Basilika minor.

Kloster Steinfeld
Kloster Steinfeld

Mit der Torten- und Kuchenauswahl im Café finden wir eine ideale Stärkung für den Beginn der 6. Etappe, die wir heute noch bis Nettersheim gehen. Auf dem Weg weisen uns Tafeln auf archäologische Spuren römischer Besiedlung hin. Wir gehen auf der antiken Via Agrippa, die Richtung Norden über Nettersheim, Kall, Mechernich und Zülpich nach Köln führte. Entlang dieser Route hat man einige Funde gemacht, die in den römischen Museen zu Trier und Köln zu sehen sind. An einigen Stellen sollen in Steinen noch Wagenspuren zu sehen sein.

Orchidee Berg- Waldhyazithe (Palanthera Chloranta)
Orchidee Berg- Waldhyazithe (Palanthera Chloranta)

Auf dem Weg macht uns Monika immer wieder auf botanische Highlights aufmerksam. Es sind Orchideen, wie  die Berg- Waldhyazinthe (Palanthera Chloranta) und das große Zweiblatt (Listera Ovata), die sie uns verzückt präsentiert. Einen Falter identifiziert sie als „Braunen Bär“. Bernhard erspäht einen Waldfrosch als willkommenes Fotomotiv.

Waldfrosch
Waldfrosch

Bei Nettersheim entdeckte man beim Bau der Eisenbahntrasse von Köln nach Trier einen Teil des römischen Aquädukts der Quellwasser aus der Eifel nach Köln transportierte . An einer der 5 Quellfassungen der Sötenicher Kalkmulde, dem „Grünen Pütz“ kommen wir vorbei. Über eine Strecke von 94,5 Kilometer erhielt Köln so täglich 20 Millionen Kubikmeter bestes Quellwasser aus der Eifel. Es ist der größte antike Technikbau nördlich der Alpen.

Römische Wasserleitung bei Nettersheim
Römische Wasserleitung bei Nettersheim

Nach einer Wegstrecke von 19,4 Kilometer erreichen wir Nettersheim. Im Restaurant „Freistaat Eifel“ essen wir noch etwas bevor wir die Heimfahrt antreten. Es gibt Schnitzel vom Eifeler Kaninchen Wiener Art.

Café zur Römerquelle Nettesheim
Café zur Römerquelle Nettesheim

Am letzten Juni- Wochenende unternehmen wir mit unseren Freunden mal wieder eine 2- Tagesaktion mit Zwischenübernachtung im schönen Blankenheim. Von Nettersheim aus ist es der Rest der 6. und die 7. Etappe mit einer Wegstrecke von insgesamt 36 Kilometern bis Mirbach. An einem Parkplatz stellen wir etwa auf der Mitte dieser Wochenend- Unternehmung ein Auto ab. In Nettersheim lockt uns am Samstagmorgen zunächst das Café zur Römerquelle zu einem leckeren Erdbeerteilchen mit einer Tasse Kaffee.

Aber bitte mit Sahne !
Aber bitte mit Sahne !

Wir verlassen den Ort nicht ohne vorher noch die Ausstellung im Naturzentrum zu besuchen. Wir erfahren einiges über die Römer und die später ansässigen Franken in der Eifel. Ein Teil der Räume befasst sich mit der Eifel als Lebensraum für Fauna und Flora. In einem Auszug aus einem Text von Hans Christian Andersen erkenne ich einen philosophischen Zusammenhang mit unseren Unternehmungen in der Natur.

„Leben ist nicht genug, sagte der kleine Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine Blume gehören auch dazu.“

Weihestein 3.JH n. Chr. Nettersheim (Görresburg)
Weihestein 3.JH n. Chr. Nettersheim (Görresburg)

In diesem Sinne verlassen wir Nettersheim und kommen an historischen Kalkbrennöfen aus dem 19. Jahrhundert vorbei. Auf der 1. Etappe des Eifelsteigs haben wir ja bereits ähnliche Reste aus der Zeit der Frühindustrialisierung passiert. Ein ganzes Stück laufen wir die Urft aufwärts und gelangen an den idyllischen Römerweiher.

Am Römerweiher
Am Römerweiher

Wir sind immer noch entlang der antiken Via Agrippa unterwegs und treffen auf die restaurierten Reste eines spätrömischen Kastells. Es handelt sich um das Kleinkastell Steinrütsch, das um das Jahr 316 unter der Regierungszeit Kaiser Konstantins errichtet wurde. Der Militärposten lag zur damaligen Zeit an einer verkehrsgeografisch wichtigen Position am Urftübergang der Agrippastraße in Marcomagus. Es war eine unruhige Zeit, in der die Siedlung bereits um 275 n.Chr. durch Frankeneinfälle zerstört wurde.

Via Agrippa am Römischen Kleinkastell Steinrütsch
Via Agrippa am Römischen Kleinkastell Steinrütsch

Wir durchlaufen das Haubachtal und kommen an einem Gewässer, dem Stahlbuschseifen vorbei, wo sich eine 7- köpfige Kanada- Gänsefamilie dem Ufer nähert. Die Junggänse haben ihr flauschiges Gefieder verloren und ähneln bereits den Alttieren. Wenn man genau hinschaut, kann man einiges am Wegesrand entdecken. In den Blüten sind Hummeln und Bienen damit beschäftigt die Nektar- Ernte einzufahren. Weinbergschnecken und Käfer lassen sich bei ihrem ausdauernden Paarungsakt beobachten.

Amore !
Amore !

Das Wetter benimmt sich besser als vorhergesagt. Nach einer sehr warmen Woche stellte der Wetterbericht insbesondere für den Samstag Gewitter in Aussicht. Diese bleiben allerdings auf unserem weiteren Weg nach Blankenheim aus. Monika entdeckt auch diesmal wieder diverse heimische Orchideenarten, deren Blüten sie am Wegesrand fachkundig betitelt.

Man muß nur genau hinschauen...
Man muß nur genau hinschauen…

Auf einer Höhe von 517,6 Metern erreichen wir an der Talflanke „In der Rhenn“ die Quelle, die die Wasserversorgung der Burg Blankenheim seit dem 15. Jahrhundert sicherstellte. Das Wasser dieser Quelle zur Burg zu leiten birgt ein Problem – es musste von hier über eine Strecke von 1 Kilometer ein 12 Meter tiefes Tal und einen 15 Meter hohen Bergsporn überwinden.

Sommerwiese
Sommerwiese

Graf Dietrich III. von Blankenheim gab eine Konstruktion in Auftrag, die dieses Problem löste. Mit einer Druckleitung (aus Holz!) wurde das Wasser durch das Tal an den 1 Meter tiefer liegenden nördlichen Eingang des in den Berg getriebenen Tiergartentunnels (150m) gebracht. Das Prinzip kommunizierender Röhren folgt zwar einem einfachen physikalischen Gesetz, war aber in der Umsetzung mit den Mitteln des 15. Jahrhunderts durchaus eine technische Meisterleistung.

Auf Burg Blankenheim Februar 2007
Auf Burg Blankenheim Februar 2007

Wir erreichen die Burg, die seit dem 12. Jahrhundert hoch über Blankenheim liegt. 2007 haben wir mit unserer damals 9 jährigen Tochter in der Jugendherberge auf der Burg genächtigt, das Frühstück im Rittersaal ist mir heute noch so gut in Erinnerung wie das Abendessen am Fuße der Burg. Es gab damals ein sehr gutes Restaurant in dem wir zusammen einen schönen Abend verbracht haben. Leider steht das Haus heute leer- wie wir erfahren verlor Blankenheim diese Location durch die Trennung der Wirtsleute.

Blankenheim- Blick von der Burg
Blankenheim- Blick von der Burg

Auch die spezielle Blankenheimer Karnevalstradition haben wir damals im Februar miterlebt- in der Altstadt gibt es dann ein abendliches Gespenstertreiben, bei dem sich alles was auf den Beinen ist in weiße Bettlaken hüllt.

Blick auf Blankenheim
Blick auf Blankenheim

Wir übernachten diesmal in einem Hotel im Tal und haben von hier Blick auf den Burgberg. Mitten im Ort entspringt ja die Ahr, die wir vor 2 Jahren mit dem Ahrsteig erkundet haben. Auch heute essen wir am Fuße der Burg zu Abend und haben dafür einen Tisch in einem Restaurant in der Altstadt reserviert. Die Brasserie bietet rustikales Essen mit Pfiff, denn der Burger wartet mit äußerst delikatem Dry-Aged Färsenfleisch auf.

Wandern macht durstig !
Wandern macht durstig !

Der Sonntag beginnt kühl, in der Nacht hat es geregnet. So geht es in vornehmlicher Südrichtung weiter und schon bald bewaffnen wir uns gegen gelegentliche Regenschauer mit dem Schirm. Entlang des Schaafbachs erreichen wir einen geologisch interessanten Aufschluss am nordwestlichen Muldenrand der Dollendorfer Mulde. Verschiedene Schichten von Sand-, Vulkan- und Kalkgestein verraten Geologen einiges über die Geschichte unserer Erde. Das Kalkgestein der Ahrdorfer Schichten zum Beispiel hat laut einer Tafel viele Einschlüsse aus der Mittel- Devon- Zeit. Das Leitfossil der unteren Ahrdorfer Schicht aus der Familie der Brachiopoden heißt Schizophoria Pygmaea Struve. Unter freigelegten Wurzeln findet sich im Hang zwar aufgebrochenes Gestein, leider ohne Spuren des Fossils.

Fachwerkhäuser in Ripsdorf
Fachwerkhäuser in Ripsdorf

In Ripsdorf trinken wir einen Kaffee und machen uns gerade auf den Weg, als sich der Himmel verdunkelt um einen Guss auf uns hernieder zu lassen. Gegen den böig starken Wind kämpfen wir uns auf die nächste Anhöhe, von der es dann wieder trocken weiter geht.

Regen, Wind und Wetter...
Regen, Wind und Wetter….

In Alendorf treffen wir auf die alte Pfarrkirche des Dorfes, die heute als Friedhofskapelle dient. Die Erbauung der Kirche St. Agatha geht auf das Jahr 1496 zurück. Ein Kreuzweg führt hinauf auf den 523 Meter hohen Kalvarienberg. Auch auf diesem Aussichtsberg stand eine Kapelle an deren Stelle sich heute ein Kreuz befindet.

Begegnung in St. Agatha
Begegnung in St. Agatha

Rund um den Kalvarienberg befindet sich mit 1100 Hektar das größte Wacholder- Schutzgebiet Nordrhein- Westfalens, das auch für seinen Orchideen und Pflanzenreichtum bekannt ist.

Kreuz auf dem Kalvarienberg
Kreuz auf dem Kalvarienberg

Der Berg bietet einen 360 Grad Rundblick – im Norden liegt unser zurückgelegter Weg über Ripsdorf, östlich erstreckt sich das Ahrtal. Eine Kette markanterer Erhebungen am Horizont, wie Stromberg, Aremberg, Hohe Acht und Nürburg sind erloschene Vulkane. Vor 30 Millionen Jahren im Erdzeitalter des Tertiärs waren sie aktiv. Mit 747m ist die Hohe Acht der höchste Berg der Eifel.

Blick nach Norden vom Kalvarienberg mit Alendorf
Blick nach Norden vom Kalvarienberg mit Alendorf

Nach dem Abstieg vom Kalvarienberg orientiert sich der weitere Weg in östlicher Richtung durch das Lampertstal mit dem gleichnamigen Bach. Wir folgen dem wunderschönen Tal einige Kilometer um uns, dann wieder auf Südkurs, auf die Ortschaft Mirbach und unser Etappenende zuzubewegen.
Mirbach hat eine schmucke Neo- Romanische Kirche, die nicht unbedingt unser Interesse weckt.

Endspurt durch das Lampertstal
Endspurt durch das Lampertstal

Wir schauen trotzdem hinein und es wird doch noch interessant. Erbaut im Jahr 1902-1903 mit Kaiserlicher Hilfe gehen die Pläne auf den Baumeister Spitta aus Berlin zurück. Nach dessen Tod übernahm Baurat Schwechten (Erbauer der Kaiser- Wilhelm- Gedächtniskirche in Berlin) die weitere Ausführung. Vor allem die innere Ausgestaltung mit goldenen Mosaiken weist Parallelen zur Berliner Kirche auf.

Mosaiken im Chor der Erlöserkapelle Mirbach
Mosaiken im Chor der Erlöserkapelle Mirbach

Es ist das Wochenende Mitte Juli, an dem wir uns wieder mit Moni und Bernhard an der Mirbacher „Kaiser-Kirche“ einfinden um am Samstag die nächsten 17 Kilometer auf der Etappe 8 bis zu unserem Tagesziel in Niederehe zu gehen, wo wir ein Auto abgestellt haben. Unser Hotel liegt in Dohm, unserem Tagesziel am Sonntag. Mit Komplettierung der 8. Etappe bis Hillesheim werden es dann am Sonntagnachmittag noch einige Kilometer auf der 9. Etappe bis Dohm sein.

Rückblick auf Mirbach
Rückblick auf Mirbach

Im Vertrauen auf den Wetterbericht bleibt der Anorak zu Hause und von Mirbach führt uns der Weg über Felder auf eine Anhöhe, wo sich uns ein erstes Panorama öffnet. Mit der Hinweistafel können wir in den Eifeler Hügeln die Orte und den Wegverlauf des Eifelsteigs seit Blankenburg rekapitulieren. Über dem Szenario schweben gutmütige Wolken durch den dunkelblauen Himmel.

Eifelpanorama weiss-blau
Eifelpanorama weiss-blau

Es ist an einem solchen Sommertag einiges los entlang des Wegesrandes. Jetzt sind auch deutlich mehr Insekten unterwegs. Schmetterlinge und Hummeln tanzen von Blüte zu Blüte. Im Wald kommen wir an einigen Ameisenhaufen vorbei, auf den Feldern sind Weizen, Roggen und Gerste gut gediehen.

Habitat der roten Waldameise
Habitat der roten Waldameise

Eine Burgruine steht oberhalb des Wegs. Es ist die Ruine der Höhenburg Dreimühlen der Herren von Dreimühlen aus dem 13. Jahrhundert, von der nur noch Mauerreste vorhanden sind. In Üxheim- Ahütte kommen wir an einen besonderen Ort. Über 12 Meter stürzt sich hier der Dreimühlen- Wasserfall über die mitteldevonische Kalksteinklippe ins Ahbachtal. Das Wasser stammt aus 3 Quellen, deren 8 Grad kaltes Wasser sehr Calcium- Karbonat- haltig ist. Nach dem Prinzip der Kalksinterabscheidung wächst das bemooste Kalksteinplateau ständig weiter. Seit der letzten Eiszeit vor 11600 Jahren ist so ein 100 Meter hohes und 300 Meter breites Kalksteinplateau entstanden. An diesem idyllischen Ort sind wir leider nicht allein, denn der nächste Parkplatz ist nicht weit.

Dreimühlen Wasserfall
Dreimühlen Wasserfall

Ebenfalls am Ahbach liegt die historische Nohner Mühle, wo auch wir uns gerne eine Pause bei Kaffee und Kuchen gönnen. Geschichtlich finde ich etwas über die Mühle, die im ausklingenden 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als kurtrierische Bannmühle geführt wurde. Das Gewerbebannrecht geht auf ein Gesetz zurück, das Friedrich Barbarossa um 1158 erlassen hat. Untertanen des Grundherren waren dadurch per Strafandrohung verpflichtet alles Getreide in der Bannmühle mahlen zu lassen. Dem Müller sicherte das Gesetz gleichbleibende Einkünfte.

Ahbach- Tal mit Nohner Mühle
Ahbach- Tal mit Nohner Mühle

In Niederehe besuchen wir noch die Klosterkirche, deren Anfänge mit dem Bau eines Klosters auf die Mitte des 12. Jahrhunderts zurückgehen. 1162 erhielten drei Herren von Kerpen die erzbischöfliche Erlaubnis ein Kloster zu bauen. Es waren 3 Brüder, die mit ihren Schwestern das Kloster für adelige Jungfrauen nach der Augustinus- Regel im Tal des Niedereher Bachs etablierten. Ab 1226 wurde das Kloster den Regeln des Prämonstratenser-Ordens und der Abtei Steinfeld unterstellt. Ende des 15. Jahrhunderts wird in der Geschichte des Klosters „Verfall der klösterlichen Zucht und der Sitten“ sowie die Anhäufung von Schulden beschrieben. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde Kloster Niederehe ein Männerkloster.

Klosterkirche Niederehe
Klosterkirche Niederehe

1567 konvertierten die Herren von Manderscheid- Schleiden zum Protestantismus. Das Kirchenschiff wurde bis zum Tod von Dietrich VI. von Manderscheid-Schleiden 1593 für evangelische Gottesdienste genutzt, während der Chorraum dem katholischen Kloster vorbehalten blieb. 1595 übertrug Philipp von der Mark in der wieder katholischen Grafschaft das Kloster zurück an die Abtei Steinfeld. Aus dem 16. Jahrhundert stammen noch einige kunstvoll verzierte Kirchenbänke. Der 1613 verstorbene Graf ist in einem prunkvollen Hochgrab mit seiner Gemahlin in der Kirche beigesetzt. 1803 endete das Klosterleben unter der Säkularisation Napoleon Bonapartes.

Schnitzerei Kirchenbank 16.Jh.
Schnitzerei Kirchenbank 16.Jh.

Den Abend lassen wir in unserem Gasthof in Dohm beim Abendessen ausklingen. Ich mache mich mit Dorothee zu später Stunde noch einmal auf, um die derzeitige Attraktion am Nordhimmel zu beobachten. Mit bloßem Auge kann man am Abend oder auch in den frühen Morgenstunden den Kometen C/2020F3- Neowise beobachten. Der seit März dieses Jahres bekannte Schweifstern ist ein 4,6 Milliarden Jahre altes Relikt der Entstehung unseres Sonnensystems. Der 5 Kilometer dicke Brocken, der die Erde in nur 103 Millionen Kilometer Entfernung passiert setzt reichlich Gas und Staub frei, was den Schweif erzeugt. Er wird schon bald wieder in den Tiefen des Alls verschwinden  und mit einer Unsicherheit von +/- 285 Jahren erst im Jahr 8850 wieder zu sehen sein. Leider ist der Himmel nicht wolkenfrei und bis 23 Uhr sehen wir nur einen recht hellen Lichtpunkt ohne den obligatorischen Schweif am Horizont. Die Müdigkeit führt zum Abbruch des Projekts „Neowise“ an diesem Abend. Allerdings hat mein Freund Frank Langmann ein tolles Bild des Kometen in der gleichen Nacht eingefangen.

Neowise (Foto Frank Langmann)
Neowise (Foto Frank Langmann)

Am Sonntag lassen wir ein Auto am Hotel stehen und fahren nach Niederehe. Bei herrlichem Wander- Wetter treffen wir schon bald auf einen Steinbruch, der uns in eine Zeit vor 390-376 Millionen Jahren führt. In dieser Region gab es eine Meeresstraße an deren Boden sich Kalksteinablagerungen des tropischen Devon- Meeres bildeten. Stromatoporen (Riffbildende Tierart, vor 240 Mio. J. ausgestorben), Korallen und Brachiopoden finden sich nicht nur in diesem Steinbruch sondern entlang des gesamten Brachiopoden-Schills. Die heutigen Eifel- Kalkmulden entsprechen dabei dem Verlauf dieses ehemaligen devonischen Saum- und Barriere- Riffs. Mit einer Auswahl interessanter Steine im Rucksack wenden wir uns wieder dem Eifelsteig zu.

Orchidee mit weisser Spinne
Orchidee mit weisser Spinne

Prachtvolle Blumenwiesen säumen den Weg Richtung Kerpen. Am Rande der Burganlage von Kerpen kommen wir am Grab des Eifeler Landschaftsmalers Fritz von Wille vorbei, der von 1911-1941 Hausherr auf der Burg Kerpen war. Die stolze Burganlage ist auch heute in Privatbesitz. Vereidigungsanlagen der Treverer auf dem Weinberg von Kerpen wurden bereits um 225v. Chr. errichtet. Nach Römern und Franken gründete Sigbertus von Kerpen 1136 die Herrschaft Kerpen. Schloss und Kapelle entstanden 1506 unter der Manderscheider Dynastie. In den Jahren 1682 und 1689 kam es zu Zerstörungen durch die Franzosen.

Burg Kerpen (Eifel)
Burg Kerpen (Eifel)

Wir verlassen Kerpen mit seinen historischen Häusern nach Westen und blicken von einer Anhöhe zurück auf die Burg, hinter der wir in der Ferne die Nürburg und die Gebäude der legendären Rennstrecke des Nürburgrings sehen können. Ein weiterer Steinbruch zieht uns in seinen Bann und lädt zur Mittagspause ein. Im Steinbruch Weinberg stehen wir wieder am Rand eines urzeitlichen Riffs. Wir erfahren auf einer Tafel etwas über die Entstehung des bräunlicheren Dolomit- Gesteins aus Kalkstein. Magnesiumreiches Sickerwasser ersetzt einen Teil des Kalziums und führt durch diese chemische Durchwanderung zu einer Dolomitisierung des Kalksteins. Eine weitere Erscheinungsform des Kalksteins ist der sogenannte Zisterzienser- Marmor, der hier auch abgebaut wurde.

Urzeit- Great Barriere Riff Eifel
Urzeit- Great Barriere Riff Eifel

Nachdem die Wegführung seit Mirbach einen Bogen in östlicher Richtung beschrieben hat, befinden wir uns nun auf Kurs Südwest in Richtung Berndorf. Ein Kreuz am Weg gedenkt eines Jagdfliegers, der mit seiner Messerschmidt ME-109 das Ende des Krieges nicht mehr erlebt hat. Am 03.12.1944 endete hier sein Leben im zarten Alter von 20 Jahren.

Roggen kurz vor der Ernte
Roggen kurz vor der Ernte

Berndorf wartet mit einem weiteren Kultur- Schatz auf, es ist die ehemalige Wehrkirche St. Peter. Als Besitz der Abtei Steinfeld wurde die Kirche erstmals 1121 erwähnt. Möglicherweise stand auf dem Kirchenhügel auch vorher schon ein Gotteshaus. 1513-1515 wurde die romanische Kirche umgebaut, dabei entstand das Kreuzgewölbe im Kirchenschiff. Gewitter und Sturm führten wiederholt zu Schäden an Turm und Dach. Auf einer Postkarte finden wir die Kirche als Aquarell von Fritz von Wille von 1935.

Wehrkirche Berndorf 12.Jh.
Wehrkirche Berndorf 12.Jh.

Wieder tauchen wir ein in die Eifeler Sommerlandschaft mit ihrer abwechslungsreichen Vegetation. Pferde und Kühe scheinen den Tag auf ihren Weiden auch zu genießen. In und an jeder Blüte brummt und summt die Insektenwelt. Kurz vor dem Abstieg nach Hillesheim befinden wir uns mit 500 Metern Höhe auf der Schwedenschanze. Hinter dem eigentlichen Westwall waren hier auf der Schwedenschanze und auf höher gelegenen Bergkuppen Bunker- und Flugabwehranlagen installiert. Nach dem Krieg wurden die Anlagen durch die Alliierten gesprengt.

Schachbrett- Falter
Schachbrett- Falter

Das als Eifeler Krimi- Städtchen bekannte Hillesheim wurde bereits 943 urkundlich erwähnt. Wahrscheinlich entstand der Name bereits im 7.-8.Jh. aus Hildin (Hildenes Heim). Mit Burg und Mauern erhielt Hillesheim im 13. Jh. Stadtrecht und hatte strategische Bedeutung bezüglich der Überwachung der wichtigen Straße von Lüttich über Malmedy nach Koblenz. Nach den Herren von Reifferscheid und Wildenburg, die von den Herzögen von Limburg abstammten kamen durch Verkäufe 1272 die Grafen von Luxemburg und 1332 die Grafen von Jülich. Unter Kaiser Karl IV. fiel die Stadt 1353 durch eine nicht eingelöste Schuldverschreibung an den kurtrierischen Hof. Im Mittelalter erlangte der Handelsort wirtschaftliche Bedeutung. Das 17. und 18. Jh. brachten der Stadt viel Leid, sie wurde im Rahmen der kriegerischen Ereignisse in dieser Zeit wiederholt eingeäschert.

Austin im Krimi- Ort Hillesheim
Austin im Krimi- Ort Hillesheim

Teile der stattlichen Stadtbefestigung stehen noch, immerhin 5 der ehemals 12 Türme. Einer der Türme trägt den Namen Hexenturm und war in den unseligen Jahren zwischen 1580-1630 der Ort, an dem der Hexerei Verurteilte inhaftiert waren. Es war die Zeit grenzenlosen religiösen Wahns, der in den Städten die Scheiterhaufen entfachte.

Stadtbefestigung Hillesheim
Stadtbefestigung Hillesheim

Vor der Stadtmauer nach Südwesten passieren wir einen Weiher mit Seerosen und folgen dem Bolsdorfer Bach nach Bolsdorf. Die letzten Kilometer entlang von Wiesen und Feldern führen uns zu unserem Tagesziel in Dohm. Vor der Heimfahrt essen wir in der letzten Sonne noch etwas im Biergarten und merken uns den netten Gasthof für unser nächstes Eifelsteig- Wochenende vor.

Endspurt vor Dohm
Endspurt vor Dohm

A. Korbmacher

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